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Kaffeeanbau in Mittelamerika / Karibik

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Costa Rica: Der costaricanische Tarrazu ist einer der besten Kaffees der Welt. Er zeichnet sich durch einen milden, unverfälschten Geschmack und einen herrlichen Duft aus. In Costa Rica leben 3,7 Mio. Menschen und es gibt 400 Mio. Kaffeebäume. Der Kaffee von stets gleich bleibender Qualität garantiert 25 % der Exporterlöse. In Costa Rica werden ausschliesslich Arabica-Bohnen kultiviert. Der Anbau von Robusta-Kaffee ist verboten. Costaricanischer Qualitätskaffee trägt die Bezeichnung SHB: strictly hard bean. Das bedeutet, dass der Kaffee in Höhenlagen über 1500 m kultiviert wird. Durch die Abkühlung in den Nächten wachsen die Kaffeebäume langsamer, was wiederum eine bessere Geschmacksbildung in der Bohne garantiert. Allerdings verteuern die langen Transportwege die Kaffeebohnen. Besonderen Kaffeegenuss versprechen die Namen Juan Vinas, H. Tournon, Windmill, Montebellow und Santa Rosa. Eine Sonderstellung geniesst der Minita Tarrazu: Er wird gänzlich ohne Kunstdünger und Pestizide kultiviert und von Hand geerntet und verlesen. Jahresernte:500.000 kg. Alle Kaffeesorten, die nicht den hohen Qualitätsanforderungen entsprechen, werden mit Lebensmittelfarbe blau eingefärbt und an die einheimische Bevölkerung verkauft. Als Kolumbus an der “reichen Küste” vor Anker ging, gab es hier noch keinen Kaffee. Erst vor rund 250 Jahren wurden die ersten Pflanzen von Kuba eingeführt. Inzwischen ist Costa Rica ein Kaffeeland der Superlative: Es produzierte als erster zentralamerikanischer Staat Kaffee auf kommerzieller Basis, setzte auf wissenschaftliche und agrartechnische Innovationen und führte die Anbau- und Verarbeitungsabläufe auf ein weltweit vorbildliches Leistungsniveau. Mit durchschnittlich 1600 Kilogramm werden hier die höchsten Ernteerträge pro Hektar überhaupt erzielt. Die etwa 300 Arabica-Spitzensorten begeistern selbst anspruchsvollste Kaffeekenner. Strenge Wasserverordnungen und Umweltschutzauflagen tragen ebenso zur hervorragenden Qualität der Bohnen bei wie die günstigen klimatischen Bedingungen. 1996 lag der Ertrag an Kaffeebohnen bei 2,55 Millionen Sack. |
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Dominikanische Republik: Ein Inselstaat mit langer Anbautradition. Die wechselvolle Geschichte des Landes verhinderte jedoch die volle Ausschöpfung des vorhandenen guten Kaffeepotentials. Die Arabica-Sorten Juncalito und Ocoa liefern bei ordentlicher Qualität ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie werden in den USA gerne getrunken. Die beste Anbauregion liegt im Südwesten, in Barahona. Andere feine Kaffeesorten kommen aus Juncalito und Ocua. Die Kaffees, die auch als Santo Domingo bezeichnet werden, sind mild und vollmundig im Geschmack mit feiner Säure und angenehmem Aroma. Im Gegensatz zum haitianischen Kaffee handelt es sich bei dem in der Dominikanischen Republik angebauten Kaffee grösstenteils um gewaschene Ware, was auf seine überdurchschnittliche Qualität hindeutet. |
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El Salvator: Ein ausgewogenes, mildes Gewächs. Der Körper dieses Kaffees ist nicht sehr voll und seine Säure ist gering. Eine exzellente und mild-würzige Ausnahme bildet die Pacamara-Bohne, eine Kreuzung zwischen Pacas und Maragogype. Salvador produziert einen geschmackstypischen Kaffee, der etwa 40% der gesamten Exporte ausmacht. Der beste Rohkaffee wird zwischen Januar und März ausgeführt, wobei 35% der Spitzenqualität – SHG – von Deutschland genommen wird. Exklusive Arabicas vereinen den typischen Kaffeegeschmack Zentralamerikas in sich: Sie sind mild-aromatisch, haben einen leichten Körper und eine leichte Säure. Die Ernte liegt bei 2,4 Millionen Sack im Jahr. Honduras, noch vergleichsweise neu im Geschäft, profitierte vom Know-how des Nachbarn und verschifft inzwischen 2,25 Millionen Sack. Die Qualitäten beider Länder sind zuverlässig. Die bekannteste Marke ist Pipil, was in der Sprache der Azteken “Kaffee” bedeutet. Die kraftvolle, aber nicht zu schwere Fülle und der milde Duft machen den Pacamara zu einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis. dessen beste Anbauregion bei Santa Ana, unweit der Grenze zu Guatemala, liegt. |
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Kaffee aus Guatemala hat den Ruf, einer der besten der Welt zu sein. Heute wird Kaffee größtenteils im Süden des Landes angebaut, wo die Berghänge der Sierra Madre mit ihren fruchtbaren Böden ideale Voraussetzungen bieten. Der SHBKaffee besticht durch vollmundige, edle Fülle und feine Säure. Von den Hochlandkaffees Antiguas ist der El Pulcal der beste. Dieser Kaffee ist noch vollmundiger und rauchiger im Geschmack als andere guatemaltekische Kaffees. Seit der Gründung eines Spezialkaffee-Verbandes wird Guatemala für den Gourmet-Kaffeemarkt immer# wichtiger. Ein reiches Aroma und viel Körper zeichnen diesen oft exquisiten Kaffee aus. Die harmonische Milde mit leichten Säurespitzen macht ihn sehr angenehm und bekömmlich. Ein herausragendes Anbaugebiet ist Antigua. Hier besticht neben dem vollmundigen Geschmack noch eine elegante Bitternote. Auch Kaffees aus dem Distrikt Coban sind hervorragend. Der durch Qualitätsmängel ramponierte Ruf des einst hochgeschätzten guatemaltekischen Kaffees gewinnt nicht zuletzt durch das dollarstarke Förderungsprogramm der USA neuen Glanz. Arabicas werden auf die Wurzeln der widerstandsfähigeren Robustas gepfropft und dadurch resistenter gegen Parasitenbefall, dem schon einmal die Plantagen zum Opfer fielen. Die nur zwei bis drei Meter hohen Büsche wachsen auf den 1600 Meter hohen Anbaufeldern an den Hängen des Vulkans Atitlan und gleichen dichten Bergwäldern. Hier gedeiht auch der begehrte Antigua. Sein hoher Säureanteil und würziger Geschmack garantiert mit jeder Tasse herzhaften Kaffeegenuss. Der heutige Ertrag liegt bei über vier Millionen Sack. |
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Hawaii: Der Kaffeeanbau erfolgt an den Hängen des Vulkans Mauna Loa im westlichen Kona-Distrikt. Kona verzeichnet weltweit die höchsten Erträge an Arabica- Kaffee und dies bei gleichbleibend hoher Qualität. Echter Kona-Kaffee ist gar nicht so leicht zu bekommen, da für den Anbau nur eine beschränkte Fläche zur Verfügung steht. Der beste Kona-Kaffee wird als Extra Fancy, Fancy und Number One bezeichnet, es ist aber auch Plantagenkaffee und biologischer Kaffee erhältlich. Ein Grossteil des als “Kona” vermarkteten Kaffees enthält weniger als 5% echten hawaiischen Kona. Eine gute Alternative ist der Hawaii Kona Farms in den USA. Der exzellente Südseekaffee hat einen gehaltvollen, schönen, fruchtigen, Körper, aber nicht viel Säure. Leichte, süße Nussnoten heben den lieblichen Geschmack. Man sagt, dass die Kaffeepflanze nirgendwo sonst auf der Welt so ideale Wachstumsbedingungen hat wie auf Hawaii. Der Kona gedeiht unter optimalen Boden- und Witterungsbedingungen in einer Höhe von 250 bis 750 Metern an den Westhängen der Vulkane Mauna Loa, Hualalai und Mauna Kea. Hier werden höchste Erträge pro Quadratmeter erzielt. Insgesamt produzieren die Hawaii-Inseln zwischen 16 000 und 24 000 Sack im Jahr. |
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Haiti: Die besten Bohnen überzeugen durch ihren ausgewogenen, milden bis süßlichen Geschmack. Trotz politischer Probleme schafft es Haiti, einige recht gute Kaffees zu produzieren, wenn auch deren Qualität Schwankungen unterworfen ist. Der Grossteil des Kaffees stammt aus organischem Anbau. Der Kaffee zeichnet sich durch einen kraftvollen Körper und ein ausdrucksvolles Aroma aus. Trotz ausgeprägter Säure ist er weich im Geschmack. Die meisten Plantagen stehen auf vulkanischen Böden in etwa 500 Metern Höhe, wo heftige Regenfälle den Bau teurer Bewässerungssysteme erübrigen. Zum Vorteil der meist armen Farmer: Sie können sich nicht einmal Kunstdünger oder Spritzmittel gegen Insekten und Unkraut leisten. So wachsen zwangsläufig Bio- Arabica heran, allerdings schwanken die Qualitäten. |
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Honduras: Der sehr kräftige Duft verspricht manchmal mehr, als der Geschmack hält. Schwache Säure, aber ein harmonisch-milder Gesamteindruck. Wie in anderen Ländern wird der Kaffee nach der Anbauhöhe klassifiziert. Der in 700 bis 1000 m angebaute Kaffee heißt in Honduras Central Standard, während Kaffee aus Höhenlagen von 1000 bis 1500 m als High Grown und in Höhenlagen bis 2000 m als Strictly High Grown bezeichnet wird. Der Kaffee zeichnet sich durch eine pikante Säure aus. Während der letzten Jahre stieg die Kaffeeproduktion auf 1,5 Mio. Sack. Die gesamte Ernte wird von Privatunternehmen verschifft, ein Grossteil davon nach Deutschland und in die USA. |
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Jamaika: Der König unter den besten Kaffees der Welt und auch der teuerste von allen. Er wächst in Höhenlagen zwischen 500 und 1600 Metern. Die handverlesenen Bohnen sind gleichmäßig voll und kräftig. Unvergleichlich das Aroma, leicht süßlich mit zarter Säure. Seine komplexe Fülle verträgt eine höhere Dosierung. Er bleibt lange im Gaumen und befriedigt höchste Ansprüche. Jamaikanischer Blue Mountain ist der teuerste Kaffee der Welt. Sein Preis steht jedoch in keinem Verhältnis zum “besseren Aroma” und zu den Aufschlägen, die man bereit ist, dafür zu bezahlen. Außerdem ist zu bedenken, dass der Trinkgenuss noch teurer kommt, da man, um das volle Aroma dieser Bohne auszukosten, pro Tasse mehr Bohnen braucht, als von anderen Sorten. Abgesehen davon ist echter Blue Mountain jedoch ein Hochgenuss für Kaffeekenner: rund und voll im Geschmack, harmonisch, fruchtig und säurebetont. Das Aroma ist intensiv und kräftig, der Geschmack hält ungewöhnlich lange an und entfaltet sich erst beim Trinken. Echter Blue Mountain gehört zu den absoluten Hochgewächsen und kommt fast ausschließlich von kleinen Plantagen, wie beispielsweise vom Wallenford Estate, Silver Hill Estate oder Atlanta Estate. Als der Arabica im 18. Jahrhundert von der Insel Martinique eingeführt wurde, bahnte sich eine ungeahnte Karriere an. Denn der makellose Blue Mountain von der gleichnamigen Gebirgskette erzielt heute weltweit den zweithöchsten Preis aller Rohkaffees. Der größte Teil der Ernte geht nach Japan, wo leidenschaftliche Kaffeetrinker bereitwillig zehn US-Dollar für nur eine Tasse bezahlen. 90% der Ernte kaufen die Japaner auf, andere Abnehmerländer sind die Vereinigten Staaten und Großbritannien. 1997 exportierte Jamaika etwa 1800 Tonnen. Im Gegensatz zu anderen Kaffees wird der Blue Mountain in Holzfässern á 70 kg transportiert. |
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Kuba: Der beste kubanische Kaffee ist der Turquino oder Extra Turquino, wobei es sich dabei eher um eine Güteklasse und weniger um eine Anbauregion handelt. Der Kaffee ist rein im Geschmack, hat eine angenehme, nicht zu kräftige Fülle und besitzt weniger Säure als viele andere mittelamerikanische Kaffees, weil er in tieferen Lagen angebaut wird. Die Zukunft des kubanischen Kaffees ist ungewiss, da Lieferungen und gleich bleibende Qualität auf Grund der politischen Lage nicht garantiert werden können. |
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Mexicos Arabicas sind leicht herb und haben ein feines, ausgewogenes Aroma. Der drittgrößte amerikanische Kaffeeproduzent leistete Pionierarbeit bei der Schädlingsbekämpfung: Der Einsatz von Bienen gegen Käfer drosselte die Belastung durch Fungizide und machte international Schule. Die Anbaugebiete der zahllosen Kleinbauern liegen im wärmeren Süden des Landes. Mexikanische Arabicas sind leicht herb und haben ein feines, ausgewogenes Aroma. Sie sind das Herz vieler Mischungen. Die besten Sorten, Tapachula und Huixtla, kommen aus der Region Chiapas. Erntebilanz: etwa 5 Mio. Sack, den Grossteil davon liefern rund 100.000 Kleinbauern. Die als Maragogype bezeichneten Bohnen sind groß und länglich und ergeben einen angenehmen weichen und duftenden Kaffee. Biologischer Anbau ist selten, wenn gleich bereits seit Jahrzehnten erfolgreich nach der biologisch-dynamischen Weise Demeter-Kaffee produziert wird. Der mexikanische Kaffee zeigt viel Temperament. Schon der Duft ist würzig-forsch, der Körper hat Kraft, und die Säure ist gut zu spüren. Der Geschmack ist rassig, leicht herb und eine Spur sandig. Nicht sehr nachhaltig, aber harmonisch ausgewogen. Auch aus Oaxaca kommen edle Kaffees, wie der Pluma Coixtepec aus biologischem Anbau. |
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Nicaragua: Ein Anbieter von Arabicas mit durchschnittlichem, solidem Geschmack. Die besseren Sorten mit guter Säure und feinem Duft wachsen in Matagalpa, Jinotega und Nuewvo Segovia. Nach der Revolution von 1979, die viele Plantagenbesitzer nach Miami vergraulte, sackte die Produktion dramatisch ab. Günstigere politische und wirtschaftliche Bedingungen lassen den Kaffeehandel neu erstarken. In Nicaragua ist die Kaffeeindustrie von der Regierung weitgehend unabhängig, die Vermarktung des Kaffees erfolgt durch Privatunternehmen. Die Spitzenkaffees tragen die Bezeichnung Central Estrictamente Altura. Sie sind ausgewogen im Geschmack und zeichnen sich durch eine angenehme Säure und edles Aroma aus. |
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Kaffee aus Panama ist berühmt für seine angenehm leichte Fülle und seine Ausgewogenheit. Der Export beginnt im November und die edlen Bohnen werden fast ausnahmslos nach Frankreich und Finnland ausgeführt. Die feinsten Bohnen wachsen im Norden rund um Boquete, andere namhafte Anbauregionen sind David, Remacimeinto, Bugaba und Tole. Viel versprechend ist der Cafe Volcan Barú, ein Spezialkaffee der Spitzenklasse. |
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Vor hundert Jahren noch war Puerto Rico der sechstgrößte Kaffee-Exporteur der Welt. Ein Wandel in der Agrarkultur jedoch verdrängte den Kaffee, Hurrikans beschleunigten den Niedergang. Inzwischen erlebt der Kaffeeanbau einen neuen Aufschwung. Die besten Arabica-Sorten Yauco Selecto und Grand Lares bestehen durch ein intensives fruchtiges Aroma ohne Bitterkeit. Puertoricanischer Kaffee ist von Natur aus mild mit einer schweren Fülle und einem ausdrucksvollen Aroma. Die Spitzenkaffees haben Weltklasse, und zu den Feinsten gehören der Yauco Selecto und der Grand Lares. Der Yauco Selecto wächst im Südwesten der Insel und zeichnet sich durch höchste Geschmacksfülle, ein intensives Aroma und einen einzigartigen Nachgeschmack aus. Der Kaffee ist zwar sehr teuer, aber unvergleichlich im Geschmack. Der Yauko Selecto bleibt bis zu seiner Verschiffung in den Hülsen um optimale Frische zu gewährleisten. Pro Jahr werden von diesem Spitzenkaffee nicht mehr als 3000 Sack à 45 kg produziert. Er ist ein wunderbarer Kaffee: fruchtig, gehaltvoll und überhaupt nicht bitter. Der kraftvolle Körper lässt diesen Kaffee zu einem Geschmackserlebnis werden. |













